Der
Indianer am See |
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Ein Manager kam in seinem Angel-Urlaub an einen großen
See, an dem ein Indianer saß und angelte.
"Was tust Du da?" fragte der Urlauber.
"Nun, ich sitze hier und angele", war die Antwort.
"Wenn Du zwei Angeln benutzen würdest, könntest Du
mehr Fische fangen".
"Warum sollte ich das tun?"
"Dann hättest Du mehr Geld und könntest Dir bald
ein Boot kaufen."
"Und dann?"
"Dann könntest Du noch jemanden einstellen, der Dir hilft
und Du würdest noch mehr Geld verdienen."
"Und dann?"
"Dann könntest Du irgendwann sogar ein Fischfabrik haben
und sehr viel Geld haben."
"Und warum sollte ich das tun?"
"Dann könntest Du öfter einmal in den Urlaub zum
Angeln fahren."
"Das tue ich doch!".
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Weisheit
eines Indianers |
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Es interessiert mich nicht, womit Du Deinen Lebensunterhalt
verdienst. Ich möchte wissen, wonach Du innerlich schreist
und ob Du zu träumen wagst, der Sehnsucht Deines Herzens zu
begegnen.
Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist. Ich will wissen, ob
Du es riskierst, wie ein Narr auszusehen, um Deiner Liebe willen,
um Deiner Träume willen und für das Abenteuer des Lebendigseins.
Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu Deinem
Mond stehen. Ich will wissen, ob Du den tiefsten Punkt Deines eigenen
Leids berührt hast, ob Du geöffnet worden bist von all
dem Verrat, oder ob Du verschlossen bist aus Angst vor weiterer
Qual. Ich will wissen, ob Du mit dem Schmerz - meinem oder Deinem
- dasitzen kannst, ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern
oder ihn zu beseitigen. Ich will wissen, ob Du mit der Freude -
meiner oder Deiner - da sein kannst, ob Du mit Wildheit tanzen und
Dich von der Ekstase erfüllen lassen kannst, von den Fingerspitzen
bis zu den Zehenspitzen, ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur
Vernunft oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.
Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du erzählst,
wahr ist. Ich will wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst,
um Dir selber treu zu sein. Ob Du den Vorwurf des Verrats ertragen
kannst und nicht Deine eigene Seele verrätst. Ich will wissen,
ob Du vertrauensvoll sein kannst und von daher vertrauenswürdig.
Ich will wissen, ob Du Schönheit sehen kannst, auch wenn es
nicht jeden Tag schön ist und ob Du Dein Leben aus Gottes Gegenwart
speisen kannst. Ich will wissen, ob Du mit dem Scheitern - meinem
und Deinem - leben kannst und trotz allem am Rande des Sees stehen
bleibst und zu dem Silber des Vollmondes rufst: "Ja!"
Es interessiert mich nicht, zu erfahren, wo Du lebst und wie viel
Geld Du hast. Ich will wissen, ob Du aufstehen kannst nach einer
Nacht der Trauer und der Verzweiflung, erschöpft und bis auf
die Knochen zerschlagen, und tust, was für Deine Kinder getan
werden muss.
Es interessiert mich nicht, wer Du bist und wie Du hergekommen bist.
Ich will wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst
und nicht zurückschreckst.
Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem Du gelernt
hast. Ich will wissen, was Dich von innen hält, wenn sonst
alles wegfällt. Ich will wissen, ob Du allein sein kannst und
in den leeren Momenten wirklich gerne mit Dir zusammen bist.
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